Forschung

1. D3 Micro Smart Grid


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Das Projekt „Micro Smart Grid EUREF“ (http://www.emo-berlin.de/de/schaufenster/projekte/energie-ladeinfrastruktur/micro-smart-grid-euref/) ist Teil des Internationalen Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg (http://www.emo-berlin.de/de/schaufenster/ueberblick/). Die Bundesregierung fördert hier die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben in groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben. Dabei wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

Ziel des Projekts ist es, das Micro Smart Grid (MSG) zu einem multidimensional vernetzten Forschungs- und Erprobungsnetz auszubauen. Die konzeptionelle Weiterentwicklung sieht neben der Implementierung zusätzlicher Hardware-Komponenten, wie Energieerzeuger und –speicher, den Anschluss an eine dezentrale Energiesteuerung vor. Alle Komponenten sollen so integriert werden, dass sich eine Vielzahl von wissenschaftlichen Fragestellungen untersuchen lassen. Operatives Ziel ist es, die integrierte Carsharing-Flotte mit ausschließlich 100 Prozent regenerativ erzeugten Energien zu versorgen und den EUREF-Campus langfristig zu einem autarken Inselbetrieb aufzubauen.

Foto © InnoZ
 

Integrierte Fort- und Weiterbildung
Das Micro Smart Grid und das Reallabor an sich sind Gegenstand der Masterstudiengänge der TU-Campus EUREF gGmbH. So wird das MSG nicht nur als technisches Lehrobjekt genutzt, sondern auch gleichermaßen durch die Studierenden beforscht und weiterentwickelt. An dieser Schnittstelle können auch verschiedene andere Fachbereiche, wie Flottenmanagement, Mobilitätsforschung oder die Entwicklung von Geschäftsmodellen mit einbezogen werden. Auf diese Weise wird eine praxisnahe und interdisziplinäre Ausbildung junger Fachkräfte auf universitärem Niveau realisiert, deren Erkenntnisse unmittelbar in das Projekt und in die Forschungsergebnisse einfließen.

 

Sozialwissenschaftliche Begleitforschung
Die TU-Campus EUREF gGmbH verfolgt im Rahmen des Projekt D3 Micro Smart Grid EUREF einen Begleitforschungsansatz, bei dem sowohl Fragen der Akzeptanz einer dezentralen Energieversorgung als auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen im Fokus stehen. Das Energiesystem ist ein soziotechnisches System, in dem technisch-materielle und nicht-materielle Entwicklungen den Verlauf der Transformation prägen. Diese Erweiterung durch sozialwissenschaftliche Analyseansätze wird in der Literatur als „Energiewende 2.0“ (Grunwald/Schippl 2013) beschrieben. Mit diesem Terminus können gesellschaftliche Aspekte, wie politische und rechtliche Rahmensetzungen (EEG), neue Akteurskonstellationen und Geschäftsmodelle, Innovationsnetzwerke, Bürgerbeteiligung und Akzeptanzpraxen, Governancestrukturen usw. eingefasst werden. Hier eröffnen sich neue Forschungsfelder, zu deren Entwicklung das Projektvorhaben D3-MSG EUREF seinen Beitrag leisten kann. Die transdisziplinäre Zusammenarbeit mit Praxispartnern im D3-Projekt und die Bedingungen eines „Reallabors“ sind hierfür gute Voraussetzungen.
Mit der Weiterentwicklung des MSG im Hinblick auf größere Formate (Stadtquartiere etc.) werden zugleich Fragen nach dem gesellschaftlichen Umfeld, insbesondere zivilgesellschaftlicher Akteure, und der Akzeptanz aufgeworfen, die bei technischen Entwicklungsprozessen zu berücksichtigen sind.

 

Vorträge und Veröffentlichungen:

Engels, F./Münch, A.V. (2015): One Site – Multiple Visions. Visioneering between contrasting actors´ perspectives, First International Conference on Anticipation, Trento (Italien), 5.-7.11.2015.

Engels, F./Münch, A. V. (2015): The smart grid as a materialized imaginary, in: Special Issue „Smart Grid and Social Sciences“ des Journal: Energy Research & Social Science.
Doi 10.1016/j.erss.2015.08.024

Engels, F. (2015): Doppelte Komplexität von Verkehrs- und Energiewende –Wirtschaftsunternehmen als Akteure der ko-evolutionären Transformation, In: Tagungsband „Innovation – Exnovation. Neu und Alt in der Nachhaltigkeitsdebatte“, Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie am 5.-7.11.2014, Stuttgart. Metropolis Verlag. (im Erscheinen)

Engels, F./Münch, A. V. (2014): „Urbane Innovationsräume als Orte konkurrierender Wahrnehmungen“, gemeinsame Konferenz der Sektionen
Stadt- und Umweltsoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie „Die Stadt von morgen: anpassungsfähig, energieeffizient, lebenswert?“, 9.-10.5.2014 in Leipzig.

Engels, F. (2014): „Marketing der Zukunft am Beispiel Elektromobilität“, Podiumsdiskussion des Marketingclubs Berlin und Alumni-Vereins der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, 19.11.2014.

 

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Kontakt:
Franziska Engels, franziska.engels@tu-campus-euref.de
Anna Verena Münch, anna.muench@tu-campus-euref.de

 

2. Forschungscampus Mobility2Grid


Die Energiewende gestaltet sich als eine überaus komplexe gesellschaftliche Herausforderung. Bis zum Jahr 2050 ist geplant, die Versorgung mit Strom, Wärme sowie den Verkehr nahezu vollständig auf Basis erneuerbarer Energiequellen zu realisieren. Trotz der erheblichen Anstrengungen in Politik, Industrie und Gesellschaft ist die Umsetzung nur langfristig möglich, weil damit wesentliche Bestandteile des bisherigen Versorgungsprinzips außer Kraft gesetzt werden, die notwendigen Geschäftsmodelle nicht tragfähig und viele technische Probleme noch nicht gelöst sind.

Die im Forschungscampus Mobility2Grid zusammengeschlossenen Unternehmen, Hochschul- und Forschungseinrichtungen werden langfristig gemeinsam an den zentralen Fragen der Energiewende und an innovativen Mobilitätslösungen forschen und arbeiten: Kerngedanke des Forschungscampus ist die Integration von gewerblichen und privaten elektrischen Straßenfahrzeugen in dezentrale Energienetze. Die städtische Quartiersentwicklung muss hierbei einen Beitrag zur Realisierung der Energie- und Verkehrswende liefern. Das Ziel ist mit Hilfe neuer technischer Optionen und unter Beteiligung der Zivilgesellschaft die Versorgung mit Strom, Wärme und Verkehr bezahlbar, sicher und vollständig auf Basis der Erneuerbaren Energien zu realisieren.

Die TU-Campus EUREF gGmbH war an der Vorphase des Forschungscampus (2013-2015) als assoziierter Partner beteiligt. In dieser Zeit konnte mit dem Forschungscampus Mobility2Grid (M2G) eine breit angelegte öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen zur Realisierung von Energiewende und Elektromobilität in vernetzten urbanen Arealen geschaffen werden. Die TU-Campus EUREF gGmbH wird sein Engagement in diesem Forschungsverbund auch in der Hauptphase (2016-2020) fortsetzen und durch die Einbindung von weiterbildenden Masterstudiengängen und anderen Weiterbildungsformaten in den Forschungscampus aktuelle und gefragte Inhalte zur Realisierung der Energiewende verbreiten.

Weitere Informationen: http://www.mobility2grid.de

 

Kontakt:
Karoline Karohs, karoline.karohs@tu-campus-euref.de